Im Unternehmensalltag werden sehr unterschiedliche Formen von Feedback genutzt. Mal geht es um eine kurze Rückmeldung nach einem Meeting, mal um Jahresgespräche, mal um spontane Kommentare auf dem Flur. Viele Unternehmer spüren, dass nicht jede Form gleich hilfreich ist, wissen aber nicht genau, warum bestimmte Rückmeldungen motivieren und andere blockieren.
Dieser Beitrag gibt Ihnen einen Überblick über verschiedene Feedbackarten und zeigt, welche Formen für Führung und Teamentwicklung unterstützend sind und welche Varianten eher zu Verletzungen und Abwehr führen.
Eine umfassende Einführung ins Thema Feedback gibt es hier.
Verschiedene Feedbackarten werden zur Rückmeldung genutzt. Für jede Feedbackart ist es notwendig, eine wertschätzende Haltung und Empathie zu haben. Die ersten vier Feedbackarten sind, wenn sie richtig ausgeführt werden, ohne Gefahr zu nutzen. Sie helfen dem Feedbacknehmer dabei, zu reflektieren und zu lernen.
Vier unterstützende Feedbackarten
1. Sinnesspezifisches Feedback Z. B.: “Als du dich vorgebeugt hast, wurde dein Gegenüber blasser” oder “Wenn du über Ressourcen sprachst, wurde deine Stimme leiser”.
2. Metaphorisches Feedback Z. B. “Als ich dich arbeiten gesehen und gehört habe, kam mir folgende(r) Spruch, Geschichte, Anekdote, Erinnerung, Witz, Märchen, Film, etc. in den Sinn: …”
3. Pantomimisches Feedback Der Feedbackgeber spielt dem Feedbacknehmer in mehreren räumlichen Positionen pantomimisch etwas vor. “Nichtdigitale” Laute sind erlaubt, z. B. Töne und einzelne Worte zum intonierenden Improvisieren, ganze Sätze nicht.
4. Feedback im Vierklang – 4 W´s
- Wertschätzende Haltung
- Wahrnehmung: Sinnesspezifisches Feedback
- Wirkung: Eigenes Körpergefühl beschreiben
- Wunsch für die Zukunft: „Probiere in der Zukunft, es so und so zu machen.“
Drei gefährliche Feedbackarten – Wertung, Identität und Anonym
Die folgenden drei Feedbackarten werden oft genutzt. Wir können nur davon abraten, denn die ersten beiden führen normalerweise dazu, dass der Feedbacknehmer sich schlecht fühlen wird und sich rechtfertigen will. Im dritten Fall fehlt neben dem konkreten Verhalten auch noch der Feedbackgeber. Das Ziel von einer Rückmeldung, dass der Feedbacknehmer reflektiert, daraus lernt und in der Zukunft sein Verhalten verändert, wird dadurch nicht erreicht.
1. Wertendes Feedback – Warnung, da negative Auswirkungen Z. B.: “Ich fand es schlecht, was ich gesehen habe.” oder “Das Allergrößte! Weiter so!”
2. Identität (Du bist / Sie sind) Feedback – Warnung, da negative Auswirkungen Z. B.: „Als du nach unten geschaut hast, dachte ich mir: Du bist unsicher.“ Oder „Ihr Umgang mit den Mitarbeitern lässt nur den Schluss zu, dass Sie zu hart / zu weich sind.“
3. Anonymisiertes Feedback – Warnung, da negative Auswirkungen Es wird beispielsweise ein Feedbackbogen anonym per Intranet ausgefüllt und der Feedbacknehmer erhält dieses. Z.B. beim Führungsfeedback: Fühlen Sie sich von Ihrem Chef anerkannt? Bewerten Sie auf einer Skala von 0-10. 0 bedeutet garnicht und 10 bedeutet voll und ganz.
Alle drei Arten des Feedbacks werden leider tagtäglich angewendet. Sei es beim Führungsfeedback, beim 360 Grad Feedback oder in Mitarbeitergesprächen. In agilen Strukturen wie SCRUM, wo die direkte Führungskraft nicht mit dem agilen Team zusammenarbeitet und deshalb auch kein Feedback geben kann, ergibt sich die Schwierigkeit, wie der Mitarbeiter trotzdem Feedback erhält. Dazu wird dann oft wertendes Feedback von den Kollegen eingesammelt und dieses dem Chef zur Verwertung übergeben. Oder es wird auf direktes Feedback verzichtet und nach dem Ergebnis der Produktion geschaut, die das SCRUM Team und das Teammitglied geliefert hat.
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