Was ist der Unterschied zwischen Empathie in der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) und die wertschätzende Haltung beim Feedback und SystemEmpowering Coaching Mediation?
Viele Unternehmen setzen auf gewaltfreie Kommunikation und Empathietrainings, um den Umgang miteinander zu verbessern. In der Praxis erleben Unternehmer dennoch, dass Konflikte bleiben oder sich sogar verschärfen, obwohl alle bemüht sind, „richtig“ zu formulieren.
Aus unserer Sicht liegt der Knackpunkt darin, dass Empathie allein nicht ausreicht, wenn Systemgesetze verletzt wurden und Basisgefühle wie Wut, Angst oder Trauer im Spiel sind. Dann fehlt die innere wertschätzende Haltung, die Feedback überhaupt erst tragfähig macht.
Dieser Beitrag beleuchtet das Zusammenspiel von Empathie, gewaltfreier Kommunikation und wertschätzender Haltung im Unternehmenskontext.
Mehr zu den Grundlagen des Feedbacks gibt es in unserem Überblicksartikel Feedback.
Was bedeuten Empathie und wertschätzende Haltung?
Empathie ist die Fähigkeit:
- des Einfühlens in Andere und sich selbst
- sich in die Schuhe des Anderen stellen zu können
- Verständnis zu bekommen
- Mitgefühl (nicht Mitleid) zu zeigen.
Empathie ist hilfreich für die Kommunikation, solange keine Systemgesetzverletzungen mit verletzten Basisgefühlen vorliegen. Sind Basisgefühle wie Wut, Angst, Trauer oder Leid entstanden, so reicht Empathie für die Auflösung dieser Gefühle nicht aus. Hier wird die wertschätzende Haltung gebraucht.
Beispiel: Ein neuer und ein dienstälterer Mitarbeiter lernen sich kennen und sie finden sich sympathisch. Dann verkündet der Neue gleich am ersten Tag, welches Wissen er hat und wie dieses in der Firma genutzt werden kann. Der Dienstältere fühlt sich schlecht (verletzte Basisgefühle) und probiert, emphatisch zu sein. Dazu überlegt er sich, wieso der neue Mitarbeiter es gesagt hat und wie er sich als Neuer gefühlt haben könnte. Dadurch stellt er Verständnis und Mitgefühl her. Trotzdem bleibt das verletzte Basisgefühl. Wieso?
Wenn eine Systemgesetzverletzung wie im obigen Beispiel vorliegt (früher vor später verletzt / jemand drängelt sich vor), so entstehen sofort zwei verletzte Basisgefühle (Leid und Wut). Die Entstehung dieser Basisgefühle ist zeitlich schneller als das Denken. Erst danach wird darüber nachgedacht. Dieses Denken erzeugt dann Denkgefühle, je nachdem, wie die Situation gedeutet wird. Empathie ist hier die Möglichkeit, das Denken und die entsprechenden Denkgefühle positiv zu beeinflussen. Es ist besser als unempathisch zu sein oder dem Anderen Vorsatz und Absicht zu unterstellen. Dem entsprechend ist unsere Haltung in Coaching und Mediation auch die, dass jeder (zumindest für sich selbst) in positiver Absicht handelt. Das allein genügt jedoch nicht, um Verletzungen zu bearbeiten. Empathie allein löst also die verletzten Basisgefühle nicht auf.
Empathie ist eine kognitive Fähigkeit, d.h. das Denken erzeugt diese Fähigkeit. Empathie löst jedoch keine verletzten Basisgefühle auf.
SystemEmpowering um eine wertschätzende Haltung zu erlangen
Eine wertschätzende Haltung ist dann vorhanden, wenn es mal gut war oder wenn keine Systemgesetzverletzung bzw. keine verletzten Basisgefühle vorliegen. Im Beispiel oben fanden sich beide sympathisch. Hier ist noch eine wertschätzende Haltung vorhanden. Die Aussage des Neuen macht verletzte Basisgefühle, weshalb es nicht mehr gut ist und die wertschätzende Haltung verloren geht.
Eine wertschätzende Haltung bedeutet, dass keine Systemgesetzverletzung mit verletzten Basisgefühlen vorliegt und dass sich die Personen wertschätzen können (Was Empathie mit einschließt).
Wie lassen sich nun die verletzten Basisgefühle mit SystemEmpowering auflösen?
Weiter im Beispiel: Empathie kann der Dienstältere aufbringen, was sehr hilfreich ist. Um die wertschätzende Haltung zu bekommen, erinnert sich der Dienstältere an das sympathische Kennenlernen. Dann sagt er dem Neuen: „Als du am ersten Tag sagtest, was wir alles anderes machen könnten, da fühlte ich ein Magendrücken und mir wurde heiß.“
Falls der Neue emphatisch sein kann, antwortet er: „Oh, das wollte ich nicht, dass du dich schlecht fühlst, das tut mir leid.“ Ist es ehrlich gemeint, so lösen sich dadurch die beiden Basisgefühle (Leid und Wut) beim Dienstälteren auf. Falls notwendig übernimmt der Neue noch explizit seinen Anteil Verantwortung also Wut vom Dienstälteren.
Fazit: Empathie ist eine Grundvoraussetzung für gelingende Kommunikation und muss beim Feedback geben sowie zum Auflösen von Systemgesetzverletzungen erweitert werden um die wertschätzende Haltung. Liegen Systemgesetzverletzungen vor, so muss auch im GFK die Empathie um die wertschätzende Haltung ergänzt werden.
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Hier finden Sie die Einordnung weiterer Methoden und Ansätze: SystemEmpowering im Vergleich
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