PowerCode – Emotionale Verletzungen auflösen

Der PowerCode ist unsere Prozesslogik, um emotionale Verletzungen durch Systemgesetzverletzungen an der Ursache aufzulösen. Er ist Teil von SystemEmpowering und wird immer dann eingesetzt, wenn Gespräche zwar geführt werden, aber die emotionale Reaktion (z.B. Angst, Trauer, Wut) „drunter“ bestehen bleibt und Zusammenarbeit, Beziehung oder Führung destabilisiert.

Wenn Sie erst den Gesamtüberblick zur Methode möchten: System Empowering – Methode und Anwendungsfelder.

Was wir unter einer emotionalen Verletzung verstehen

Eine emotionale Verletzung entsteht bei uns immer dann, wenn ein Systemgesetz verletzt wird, zum Beispiel Zugehörigkeit (Ausschluss), Anerkennung/Wertschätzung (Missachtung) oder Ausgleich/Gerechtigkeit (Ungleichgewicht). Das System reagiert unmittelbar – und zwar oft schneller als jedes Denken.

Wir unterscheiden dabei zwei Ebenen:

  • Basisgefühle: Gefühle, die unabhängig vom Denken entstehen (z.B. Angst, Trauer, Wut; körperlich spürbar wie Druck im Bauch, Zittern, Enge).
  • Denkgefühle: Gefühle, die aus Schlussfolgerungen entstehen („Brille“/Interpretation), z.B. „Ich bin nicht wichtig“, „Der andere macht das absichtlich“.

Der PowerCode setzt an der Stelle an, an der Basisgefühle aus einer Systemgesetzverletzung entstanden sind – und sorgt dafür, dass die Verletzung so geklärt wird, dass die emotionale Reaktion nicht mehr „gedeckelt“ werden muss.

Wann der PowerCode passt – und wann nicht

PowerCode passt, wenn die emotionale Reaktion an ein konkretes verletzendes Ereignis gekoppelt ist (oder an übernommene Lasten aus dem Familiensystem) und wenn Sie bereit sind, die Ursache sauber zu klären.

PowerCode passt nicht, wenn es nur um eine kurzfristige Verstimmung geht, die sich durch Klärung auf Sachebene bereits beruhigt. Er ist auch nicht als „Schnelltechnik“ gedacht, sondern als strukturierte Ursachenarbeit.

Die fünf Voraussetzungen des PowerCode

Damit eine Auflösung stabil gelingt, müssen fünf Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Die verursachende Person bzw. Ursache ist klar (wer oder was hat die erste Verletzung ausgelöst?).
  2. Es war einmal „gut genug“ zwischen den Beteiligten (ein Referenzzeitpunkt vor der ersten Verletzung beispielsweise das Kennenlernen).
  3. Beide sind stark, kraftvoll genug zum Zeitpunkt der ersten Verletzung (keine stark abgedeckelten Gefühle, genug innere Stabilität).
  4. Die Verletzung wird sprachlich präzise benannt (konkrete Handlung + konkrete Wirkung im Basisgefühl).
  5. Die Brille/Interpretation kann sich verändern (die Schlussfolgerung wird korrigierbar, weil die Ursache wirklich geklärt ist).

Diese Voraussetzungen sind der Grund, warum wir den PowerCode als Prozess definieren – und nicht als Gesprächstechnik.

Systemgesetzverletzungen auflösen: Eine Übersicht

Lösungsorientierung im PowerCode

Lösungsorientierung Gegenwart

Lösungen für Themen, Konflikte und Hindernisse für die Zielerreichung lassen sich in der Gegenwart, der Zukunft und der Vergangenheit finden. Alle drei Richtungen haben ihre Berechtigung und sind für bestimmte Themen genau das Richtige. Liegen jedoch Systemgesetzverletzungen mit verletzten Basisgefühlen wie Leid, Trauer, Angst und Wut vor, was in den meisten Fällen im Coaching und der Mediation so ist, dann hat sich nach langem Ausprobieren die Lösungsorientierung Richtung Vergangenheit als einzige effektive Methode gezeigt. Deshalb funktioniert die klassische Mediation auch nicht bei der Konfliktlösung von Systemgesetzverletzungen.

Lösungsorientierung Zukunft

Geht es um Ziele, Visionen oder neue Verhaltensweisen, so ist es sinnvoll, in die Zukunft zu schauen und dort Lösungen zu finden und auszuprobieren. Gibt es jedoch Bremsen und Hindernisse, die die Zielerreichung erschweren oder unmöglich machen oder liegen Prägungen und Systemgesetzverletzungen / Konflikte vor, so lassen sich gedanklich vielleicht Lösungen in der Zukunft ausmalen, die sich jedoch nicht stimmig anfühlen. Beispiel Teamentwicklung: Im Team läuft zwischenmenschlich nicht alles rund. Der Moderator bearbeitet mit dem Team die Frage, wie wollen sie in zukunft miteinander umgehen. Offenheit, Vertrauen, sofort aussprechen, wenn etwas ist usw. wird dann genannt. Alle stehen dahinter und finden es in dem Moment gut. Leider hält sich am nächsten Tag der Erste nicht daran, dann die Zweite usw. Umso enttäuschter ist das Team, dass die Werte nicht gelebt werden. Grund sind die verletzten Basisgefühle, die zuerst aufgelöst werden müssen, denn sie wirken stärker, als jedes Denken.

Lösungsorientierung Vergangenheit

Wir coachen nicht problemorientiert sondern lösungsorientiert in die Vergangenheit, d.h. es wird der Zeitpunkt gesucht, als es noch gut genug war.
Im Konfliktfall heißt das: War es beim Kennenlernen gut? Wenn ja, wie lange war es noch gut? Wann war dann die allererste meistens kleine Verletzung?
Für Traumatas, prägende Erlebnisse, Ängste oder Signale wird auf der Zeitlinie soweit zurück gegangen, bis man vor dem Erlebnis ist. Wo ist es noch gut? Wo ist noch ein entspanntes Gefühl? Wo ist noch ein sicheres Gefühl?

Ursache – Wirkungs – Prinzip

Ist dieser ressourcenvolle Zeitpunkt gefunden, so wird dieser zunächst genossen. Von dort nähert man sich vorsichtig der prägenden Situation und löst diese dann auf (PowerCode). Liegen Verletzungen mit den Vorfahren vor, so wird auf der Zeitlinie soweit zurückgegangen, bis das starke ausgeglichene Vorfahrenpaar gefunden wird. Dort ist es noch gut genug. Auch hier gehen wir von dort Richtung Gegenwart und lösen die Systemgesetzverletzungen beispielsweise aus den Kriegen (Das Leiden der Kriegsenkel auflösen) auf.

PowerCode: Ablauf in 7 Schritten

  1. Systemgesetzverletzung präzisieren: Was genau ist passiert (Videokamera-Sprache)?
  2. Erste Verletzung finden: Gedanklich zurück zu dem Zeitpunkt, an dem es noch gut genug war – und dann zur ersten Verletzung.
  3. Verursachende Person / Ursache benennen: Wer war verantwortlich (oder was war der Kontext, z.B. Krieg, Zwang, Not)?
  4. Basisgefühl ausdrücken: Was wurde im verletzten Moment ausgelöst (Trauer/Angst/Wut?
  5. Erkennen & Nicht-Absicht: Die verursachende Person erkennt die Wirkung („Das wollte ich nicht“). Entscheidend ist: Kommt es beim Verletzten an?
  6. Ausgleich / Übernahme des Anteils: Die verursachende Person übernimmt ihren Anteil der Wut – das Basisgefühl kann sich lösen.
  7. Neue Brille / stimmige Ordnung: Was wäre stimmig gewesen? Daraus entsteht eine neue Sicht und neue Handlungsfähigkeit.

Hinweis: Wir gehen innerlich nicht „in die Verletzung hinein“, um sie zu wiederholen. Wir arbeiten lösungsorientiert – mit Kontakt zu dem Zeitpunkt, an dem es noch gut war, und mit einer präzisen Klärung der Ursache.

Varianten: Wenn eine Voraussetzung (noch) nicht erfüllt ist

1) Wenn die verursachende Person nicht mitmacht oder nicht mehr lebt

Dann kann die Auflösung innerlich durchgeführt werden – aber nur, wenn die fünf Voraussetzungen erfüllt sind. Entscheidend ist, dass die Klärung stimmig ist und nicht „gedanklich konstruiert“ wird.

Sie finden dazu weiter unten auf dieser Seite ein eigenes Beispiel („innerlich/gedanklich auflösen“).

2) Wenn „stark, kraftvoll genug“ nicht gegeben ist (Voraussetzung 3)

Dann prüfen wir häufig Vorfahrenthemen: Wenn die Kraft im System blockiert ist, wenden wir den PowerCode innerlich auf die Vorfahren an, bis ein stabiler Kräftefluss entsteht.

Vertiefung:
Genea-Methode – Ahnenarbeit richtig anwenden und
Power der Ahnen – Kräfte der Ahnen bekommen.

3) Wenn Prägungen und Überzeugungen im Vordergrund stehen

Wenn das Hauptthema nicht die Verletzung zwischen Personen ist, sondern eine prägende Lebensgeschichte (z.B. „Ich bin nicht gewollt“, „Ich muss perfekt sein“), arbeiten wir mit Empowering/Neuprägung: die eigene Biografie wird mit neuen Ressourcen innerlich neu erlebt.

Vertiefung: Überblick Empowering-Methode

Praxisbeispiele

Im nächsten Abschnitt zeigen wir anhand konkreter Beispiele (u.a. Unternehmensnachfolge und transgenerationale Themen), wie der PowerCode Schritt für Schritt angewendet wird.

Der Verursacher der allerersten Systemgesetzverletzung ist der Vater, der dem Sohn sagt, dass das Unternehmen wichtiger sein muss als die Familie. Nur so könne er das Unternehmen übernehmen.

Das hat den Sohn traurig gemacht, er hat sich schlecht gefühlt und gleichzeitig ärgerlich und wütend (Basisgefühle).

Sind der Vater und der Sohn zum damaligen Zeitpunkt ausgeglichen kraftvoll genug, so kann zum sprachlich richtigen Auflösen gegangen werden.

Oft führen Kriegserlebnisse, die Systemgesetzverletzungen sind, zu bleibenden Ängsten oder unterdrückte Ängste und Wut, weshalb der Vater nicht mehr ausgeglichen stark genug ist. Dieses zeigt sich darin, dass er zu hart ist, seine Gefühle unterdrückt. Im dritten Beispiel zeigen wir das Vorgehen, wie diese Systemgesetzverletzungen aufgelöst werden, damit der Vater wieder ausgeglichen kraftvoll genug wird.

Das sprachlich richtige Vorgehen besteht darin, dass der Sohn aus dem Zustand, dass noch alles gut ist (also gedanklich an den Zeitpunkt denkt, wo noch alles gut ist / vor der ersten Verletzung) seinem Vater sagt, was der Vater getan hat (Unternehmen wichtiger als Familie) und dann sein verletztes Basisgefühl beschreibt / zeigt (traurig und schlecht gefühlt).

Sind die Voraussetzungen bis hierher gegeben, so gibt es immer wieder die gleiche Reaktion vom Verursacher, nämlich er nicht wusste, dass seine Aussage solche Gefühle ausgelöst hat, dass er dass nicht wollte, nicht seine Absicht war und es ihm leid tut. Hier überprüfen wir, ob dass beim Sohn ankommt und sich sein Leid (traurig, schlechtes Gefühl) auflöst.

Wenn ja, so übernimmt der Vater seinen Anteil der Verantwortung für den Ärger / die Wut, die beim Sohn entstanden ist.

Damit die erste Systemgesetzverletzung komplett aufgelöst wird, ist es wichtig, dass die verursachende Person, hier der Vater noch sagt, wie er sich verhalten hätte, damit es nicht zu den verletzten Basisgefühlen kommt. Kann er sagen, dass das gemeinsame Wohlergehen am wichtigsten ist, so kann sich die alte Brille des Sohnes in eine neue Brille verwandeln.

Kann der Vater kein anderes verhalten benennen, so liegt es oft daran, dass bei ihm selbst Verletzungen vorliegen, die ihn so geprägt haben. Beispielsweise Ängste aus dem Krieg, die ihn bestimmen als Basisgefühl, selbst wenn er weiß, dass das gemeinsame Wohlergehen besser wäre. Dann ist das heir die Stelle, wo erst die Verletzungen des Vaters aufgelöst werden müssen.

Konnte die erste Systemgesetzverletzung komplett aufgelöst werden, indem der Vater das Leid beim Sohn sehen konnte, es ihm leid tat und er seinen Anteil Wut vom Sohn nehmen konnte und der Vater ein neues Verhalten beschreiben konnte und der Sohn das ihm glaubt, so wird von dort alle weiteren gegenseitigen Systemgesetzverletzungen aufgelöst.

Normalerweise hätte es keine Rückverletzung vom Sohn zum Vater gegeben, wenn er nicht vorher verletzt wurde. Diese ist nun aufgelöst, so dass beide sich vorstellen können, dass es keine Rückverletzung gegeben hätte. Jetzt sieht der Sohn das Leid beim Vater, übernimmt seinen Anteil Verantwortung, d.h. Wut vom Vater, wovon der Vater seinen Anteil für die erste Verletzung übernimmt. So können alle Verletzungen bis zur Gegenwart aufgelöst werden, so dass die Unternehmensnachfolge erfolgreich ist und die Familie eine Familie bleibt.

Der Nachfolger löst allein innerlich / gedanklich Systemgesetzverletzungen auf

Wenn der Senior/Verursacher nicht mitmacht oder verstorben ist,
so lassen sich trotzdem die Systemgesetzverletzungen auflösen,
wenn die fünf Voraussetzungen gegeben sind. 

Der Sohn macht innerlich / gedanklich genau das, was oben beschrieben ist. Die Erfahrung zeigt, dass diese Auflösung nur dann erfolgreich ist, wenn die fünf Voraussetzungen vorliegen. Es lässt sich nicht gedanklich mogeln.

Der Nachfolger muss darauf achten, ob seine Gedanken bzw. die Auflösung der Verletzungen stimmig ist. Wenn es unstimmig ist, so sind nicht alle fünf Voraussetzungen gegeben. 

Das Kriegskind löst das Leiden des Krieges bei sich innerlich auf

Der Senior / Kriegskind löst allein innerlich / gedanklich Systemgesetzverletzungen auf

Wenn der Senior (Verursacher) durch eigene Verletzungen nicht in der Lage ist, die Verletzung beim Nachfolger aufzulösen, dann
kann der Senior innerlich seine frühere Verletzung auflösen. 

Auch hier werden die fünf Voraussetzungen gebraucht. 

Der Senior / Vater hat als Kind den Krieg erlebt. Beispielsweise hat er einen Bombenangriff überlebt oder ein Freund ist umgekommen, er hatte Angst zu verhungern oder musste flüchten, so sind bei ihm Ängste, Trauer und Wut entstanden, die er nicht abgearbeitet sondern gedeckelt hat. Außerdem ist daraus die Überzeugung entstanden, dass das Unternehmen wichtiger sein muss als die Familie.

In dem Beispiel ist der Vater als Kind vor dem Krieg ausgeglichen kraftvoll. Dann werden die Kriegsverursacher bzw. Verantwortliche für den Krieg gesucht. Ob es Hitler ist oder Bismarck, der das Kaiserreich wieder eingeführt hat oder noch andere muss herausgefunden werden.

Kriegsverursacher / Kriegsverantwortliche finden, die stark genug sind

Für viele ist Hitler der Kriegsverursacher, der aber oft die Voraussetzung, dass er das Leid sehen und die Wut nehmen kann, nicht erfüllt. 

Hilfreich ist hier das Wissen, dass Hitler im Ersten Weltkrieg an der Front gekämpft hat, selbst durch ein Granatsplitter am linken Oberschenkel verletzt wurde und zum Ende des Weltkrieges einen Giftgasangriff überlebt hat, woran er kurzzeitig erblindet war. Er weiß also aus eigener Erfahrung, was Leid bedeutet. Volker Ullrich schreibt in seinem Buch: Adolf Hitler. Biographie (2013), Bd. 1: Die Jahre des Aufstiegs 1889 – 1939 im Kapitel „Das Schlüsselerlebnis des Krieges“ (1914-1918) darüber. Hitler hat über seinen ersten Fronteinsatz ein Brief geschrieben, der dort auf Seite 69ff zitiert wird. Hitler: „...Links liegen einige Gehöfte die sind jetzt noch besetzt und wir bekom(m)en furchtbares Feuer. Einer nach dem Anderen bricht von uns zusam(m)en (...) 4mal dringen wir vor und müssen wieder zurück, von meinem ganzen Haufen bleibt nur einer übrig außer mir, endlich fällt auch der. Mir reißt ein Schuß den ganzen rechten Rockärmel herunter aber wie durch ein Wunder bleibe ich gesund und heil (...) 3 Tage kämpfen wir so bis endlich am 3ten die Engländer geworfen wurden. (...) In 4 Tagen war unser Regiment von 31/2 tausend Mann auf 600 zusam(m)engeschmolzen. ...“

Konkret ist nun das Vorgehen, dass Hitler mit Hitlers Eltern hinter sich zum Ort der Leidentstehung geht und dort als jüngerer Mann (nicht Hitler 1945) das Leid direkt mit ansieht, was durch ihn als Kriegsverursacher entstanden ist. Ist es nun möglich, dass Hitler und seine Eltern das Leid sehen können, so kann er auch anteilig die Wut, die aus dem durch ihn entstandenen Leid resultiert, nehmen. 

Hitler ist nicht der alleinige Verantwortliche für den Krieg. Deshalb ist es hilfreich, noch weitere Verantwortliche dazu zuholen, damit die Wut besser genommen werden kann. Beispielsweise sind Mitstreiter wie Goebbels, Himmler, Göring oder Generäle, Offiziere, Dorf- oder Stadtbewohner usw.

Auch gilt für die Kriegsverursacher wie für jeden anderen auch, dass er aus positiver Absicht für sich gehandelt hat, aber es nicht die Absicht war (selbst wenn es in kauf genommen wurde), dass soviel Leid bei den eigenen Landleuten entsteht.

Kriegsgegner / Alliierte als Verursacher

Sind noch Alliierte beispielsweise für die Bombardierung von Hamburg oder Dresden mitverantwortlich, so führt man noch zwei weitere Schritte durch. Der erste Schritt ist oben beschrieben, d. h. der Kriegsverursacher sieht das Leid und nimmt die Wut vom Vater als Kind. 

Der zweite Schritt ist, dass der Kriegsverursacher das Leid bei den Alliierten  sieht und deren Wut nimmt.

Erst dann kann der dritte Schritt durchgeführt werden. Jetzt kann der Kriegsgegner / der Alliierte Bomberpilot das Leid beim Vater als Kind sehen und den Teil der Wut nehmen, wofür er verantwortlich ist. Auch gibt der Kriegsgegner einen Teil der Wut wieder weiter zum Kriegsverursacher.

Sind die passenden ausgeglichen kraftvollen Verursacher gefunden, die das Leid, die Angst, die Trauer sehen können und kommt es beim Vater als Kind an, so lösen sich diese Gefühle auf. Nehmen die Verursacher jeweils anteilig die Wut von ihm, so löst sich diese Wut ebenfalls auf und der Vater wird dadurch wieder stärker. Gleichzeitig kann er dadurch seine Überzeugung "Unternehmen ist wichtiger als Familie" umwandeln in "Gemeinsame Wohlergehen ist wichtig".

Der Kriegsenkel löst das Leiden des Kriegskindes innerlich auf und dadurch auch bei sich selbst

Der Sohn / Kriegsenkel löst allein innerlich / gedanklich Systemgesetzverletzungen seines Vaters und danach bei seiner Mutter und sich auf

Wenn der Senior (Verursacher) durch eigene Verletzungen nicht in der Lage ist, die Verletzung beim Nachfolger aufzulösen, dann
kann der Sohn innerlich die frühere Verletzung beim Vater auflösen. 

Auch hier werden die fünf Voraussetzungen gebraucht. 

Das Vorgehen ist wie oben beschrieben. 

Wichtig ist, dass der Sohn nicht in die Schuhe des Vaters steigt und dadurch die ganzen Gefühle des Vaters spürt. Am besten schaut der Sohn von außen auf die Kriegsverursacher und seinen Vater und sieht / spürt, wie die Verletzungen aufgelöst werden.

Kann die Verletzung beim Vater als Kind aufgelöst werden, so wird im nächsten Schritt die Verletzungen zwischen dem Vater und der Mutter (Ehepaar) aufgelöst, da normalerweise die ungelösten Verletzungen sich negativ auf das Paar ausgewirkt haben. Die Frau wird auch darunter gelitten haben, dass das Unternehmen wichtiger als die Familie ist.

Der Vater, dem es wieder gut geht und die neue Überzeugung hat, sieht nun das Leid bei seiner Frau, was durch ihn entstanden ist und übernimmt anteilig die Wut von ihr. Von dieser Wut übernehmen die Kriegsverursacher ihren Anteil. So lassen sich die Systemgesetzverletzungen zwischen dem Paar von dort bis zur Gegenwart auflösen.

Geht es dem Elternpaar nun gut und sie haben genügend Power, so folgt nun der Schritt, dass sie als Paar die Verletzungen beim Sohn auflösen.

Der Vater und die Mutter sehen das Leid beim Sohn und übernehmen als Paar anteilig Wut vom Sohn, wovon die Kriegsverursacher wieder ihren Anteil übernehmen.

Dann hätte der Vater das gemeinsame Wohlergehen vorgelebt und es wäre nicht zur ersten Verletzung zwischen Vater und Sohn gekommen. Dadurch lässt sich die erste und alle folgenden Systemgesetzverletzungen auflösen.

Der Kriegsurenkel löst das Leiden der Kriegseltern und des Kriegskindes innerlich auf und dadurch auch bei sich selbst

Sind die Eltern vom Senior / Vater durch den ersten oder zweiten Weltkrieg selbst verletzt und der Sohn bekommt von seinen Eltern nicht genügend Power, so ist er nicht stark genug und die Verletzungen als Kriegskind lassen sich nicht auflösen.

Hier beginnt man mit den Kriegseltern und löst dort mit den Kriegverursachern deren Verletzungen auf. Dann lösen die Kriegseltern die Verletzungen zum Sohn auf. Ist er nun stark genug, ist das Vorgehen wie vorher beschrieben. Die Kriegsverursacher lösen seine Verletzung auf, er dann bei seiner Frau und danach beim Sohn.

Mit diesem Vorgehen lassen sich auch Systemgesetzverletzungen auflösen, die nicht durch den Krieg entstanden sind. Typische erste Verletzungsursachen bei den Vorfahren sind:

  • Zwangsheirat
  • Ungewollt ein Kind gezeugt (nicht aufgeklärt)
  • Das Kind ist eine Tochter und sollte ein Sohn sein
  • Zu viele Kinder
  • ...

In diesem Beispiel der Unternehmensnachfolge wurde das Auflösen von Systemgesetzverletzungen mit dem System Empowering erklärt. Wenn Sie in einer Nachfolge stecken, die voller Konflikte ist, dann schauen Sie sich unsere Angebotsseite Konflikte in der Unternehmensnachfolge lösen, bevor sie Familie und Unternehmen gefährden an.

Hinweis für Paare

Paare, sei es Ehepaare, Geschäftspaare oder Unternehmerpaare finden sich, weil sich plus und minus anzieht. Normalerweise hat die eine Person mehr Herz und zu wenig Schwertseite und die andere Person kann dafür Schwert geben und braucht dafür die Herzseite vom anderen. 

 

Beide fühlen sich am Anfang gut damit. Im Laufe der Zeit, spätestens wenn ein Kind beim Ehepaar oder ein Mitarbeiter beim Geschäftspaar dazu kommt, treten Konflikte auf, denn das Herz wird dann an eine weitere Person verteilt, was eine Systemgesetzverletzung für die Person mit dem Mangel an Herz darstellt.

Wenn sich jetzt einer der Personen auf den Weg macht, das Leiden seiner Vorfahren aufzulösen und dadurch selbst volle Power bekommt, dann passen die Partner nicht mehr optimal zusammen. Bekommt die Person, die vorher ihre Herzseite abgedeckelt hatte, nun mehr Zugang zu seinen Gefühlen, so braucht sie das Herz vom anderen nicht mehr als Ausgleich für ihren vorherigen Mangel. Ihr Schwert will sie dann auch nicht mehr wirklich geben, sondern erwartet als Ausgleich, dass die andere Person dafür sorgt, dass sie selbst den Mangel an Schwert auflöst und genügend Power bekommt.

Deshalb ist es wichtig, dass sich die andere Person mitentwickelt.

Entwickeln sich beide weiter, dann gibt es das optimale Paar, denn beide haben genügend Power (Herz und Schwert) und brauchen es nicht mehr zu nehmen und zu geben. Nun ist das Paar frei und kann ihre gemeinsame Power weitergeben.

Wenn Sie merken, dass alte emotionale Verletzungen immer wieder in Ihren Führungsalltag hineinwirken, Entscheidungen erschweren oder Konflikte verstärken, kann ein individueller Prozess im Unternehmer Coaching helfen, diese Muster mit System Empowering und dem PowerCode an der Ursache zu lösen.

Wenn Sie den PowerCode in Ihrer eigenen Arbeit mit Klienten, Teams oder Familien einsetzen möchten, ist die System Empowering Coach-Mediator Ausbildung der passende Rahmen, um diese Vorgehensweise Schritt für Schritt zu lernen. Einen Überblick über System Empowering, der Methode und Anwendungsmöglichkeiten finden Sie im Artikel: System Empowering.

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