Mobbing im Unternehmen verstehen und nachhaltig lösen
Wie Sie als Unternehmer Mobbing im Unternehmen systemisch erkennen, Ursachen klären, Betroffene stärken und Teams wieder arbeitsfähig machen.
Mobbing ist häufig ein Spezialfall innerhalb von Konflikten im Unternehmen. Wenn mehrere Beteiligte feststecken und Gespräche nichts mehr verändern, ist Mediation im Unternehmen der passende Rahmen: Zur Angebotsseite Mediation und Konfliktlösung im Unternehmen.
Wenn in einem Bereich Mobbing entsteht, geht es nicht nur um zwei oder drei beteiligte Personen. Mobbing ist immer auch ein Hinweis darauf, dass im System etwas aus der Balance geraten ist.
Betroffene ziehen sich zurück, werden krank oder innerlich bitter. Teams verlieren Vertrauen und Klarheit. Führungskräfte geraten unter Druck. Und Sie beschäftigen sich mit Themen, die eigentlich gar nicht zu Ihren Kernaufgaben gehören.
Die Begleitung durch SystemEmpowering bei Mobbing im Unternehmen hilft dabei, Ursachen systemisch zu verstehen und Mobbing so zu lösen, dass Vertrauen, Zugehörigkeit und Zusammenarbeit wieder hergestellt werden. Nicht durch schnelle Schuldzuweisungen, sondern durch das Klären von Systemgesetzverletzungen und Verantwortlichkeiten.
Einen Überblick über alle Themen im Bereich Führung und Zusammenarbeit finden Sie in der Übersicht Führungskräfte und Teams.
Was bei Mobbing am Arbeitsplatz tatsächlich passiert
Beim Mobbing werden Menschen seelisch verletzt, schlecht gemacht, bloßgestellt, ausgegrenzt oder systematisch behindert. Für Betroffene kann sich das existenziell anfühlen. Angst, Schlafprobleme, Krankmeldungen und sozialer Rückzug sind typische Folgen.
In vielen Fällen geht es nicht um eine sachliche Auseinandersetzung, sondern darum, jemanden aus dem System zu drängen. Die Erfahrung zeigt, dass hinter Mobbing fast immer Verletzungen von Systemgesetzen stehen. Besonders betroffen sind meist Zugehörigkeit, Anerkennung, Gerechtigkeit, Früher vor später zu beachten.
Ein typischer Verlauf in Unternehmen:
Ein neuer Mitarbeiter startet mit viel Engagement. Er möchte zeigen, was er kann, bringt eigene Erfahrung ein und sagt zum Beispiel am ersten Tag im Team:
„Wo ich herkomme, macht man es so und so. Das wäre auch gut für euch.“
Seine Absicht ist, sich zu beweisen und das Unternehmen weiterzubringen. Ein dienstälterer Mitarbeiter erlebt die Situation jedoch anders. Wenn sein bisheriger Einsatz und das Frühere nicht explizit gewürdigt werden, kann er sich abgewertet fühlen. Das vierte Systemgesetz „Früher vor später hat Vorrang“ wird verletzt. Es entsteht Wut, Angst um den eigenen Platz und das Gefühl, die eigene Leistung sei nichts wert.
Wird diese Verletzung nicht erkannt und geklärt, kann daraus eine Mobbingdynamik werden. Der ältere Mitarbeiter lehnt den neuen Kollegen ab, redet schlecht über ihn, grenzt ihn aus und arbeitet bewusst oder unbewusst darauf hin, dass der Neue geht. Nach außen wirkt es wie persönlicher Streit. Im Hintergrund sind Systemgesetze verletzt.
Mobbing entsteht durch Systemgesetzverletzungen
Im englischsprachigen Raum gibt es für den Begriff Mobbing (engl. mob: Meute, Bande) noch folgende Bezeichnungen:
- Bossing: Chef (Boss) mobbt einen Mitarbeiter
- Staffing: Mitarbeiter (Staff) mobben den Chef
- Bullying (engl. bully: Rüpel, gemeiner Kerl): Hauptsächlich als Bezeichnung für Mobbing unter Kindern und Jugendlichen in der Schule benutzt (und in England allgemein für Mobbing benutzt)
Mobbing sind Konflikte, deren Ursache nicht auf der Sachebene zu finden ist.
Symptome für Mobbing:
Das Ziel ist Ausschluss!
- Schlecht machen
- Behindern
- Verletzen
- Bloßstellen
- Zurückhalten von Informationen
- Unterschwellige, versteckte oder offene Aggressionen.
Folgen von Mobbing:
- Rückzug
- Täter/Opfer-Denken
- Schuld-Denken
- Krankheit
Mögliche Ursachen für Mobbing
2. Beziehungsebene wirkt auf die Systemgesetzebene: Konflikte auf der Beziehungsebene wirken sich auf die Systemgesetzebene aus und gehen dort in die Konfliktschleifen.
3. Unbewusster oder nicht ausgesprochener Konflikt: Der Konflikt und seine Ursache sind entweder nicht bewusst, oder sie sind bewusst, werden aber totgeschwiegen.
Mobbing-Coach hilft beim Auflösen
Mögliches Vorgehen im Überblick: Einzelarbeit oder im Team
I. Ursachen finden
II. Systemogramm (Systemgesetze) ausarbeiten
III. Zeit/Ursachen-Diagramm ausarbeiten
IV. Weiteres Vorgehen klären
V. Konflikt auflösen in/mit der Gruppe mit Hilfe der Methoden von I. – IV. und/oder anderen weiteren Methoden
VI. Gruppen-/Teamentwicklung
Wie wir mit SystemEmpowering Mobbing im Unternehmen klären
Die Begleitung mit SystemEmpowering bei Mobbing im Unternehmen ist ein strukturiertes Vorgehen, das Ursachen sichtbar macht und Systemgesetzverletzungen bearbeitet. Typischerweise laufen mehrere Schritte ab.
1. Ursachen klären
Zunächst wird die Situation geordnet. Wichtige Fragen sind:
- Auf welcher Ebene liegt der Konflikt hauptsächlich.
- Geht es um eine fachliche Meinungsverschiedenheit, Beziehungsthemen oder vor allem um Systemgesetzverletzungen.
- Welche Rolle spielen Hierarchie, Geschichte und unausgesprochene Loyalitäten.
Betroffene lernen die Systemgesetze kennen und können einordnen, welche davon verletzt wurden.
2. Systemogramm erstellen
Mit einem Systemogramm wird sichtbar gemacht, welche Personen direkt oder indirekt beteiligt sind, wer seit wann im Unternehmen ist und wie formelle und informelle Hierarchien aussehen. Konfliktpfeile und dazugehörige Systemgesetzverletzungen werden eingezeichnet.
Dadurch wird greifbar, was vorher nur diffus fühlbar war. Verantwortung wird sichtbar, verdeckte Loyalitäten werden erkennbar, Zusammenhänge werden verständlich.
3. Zeit Ursachen Diagramm nutzen
Die Konfliktgeschichte wird über die Zeit betrachtet. Wichtige Punkte sind:
- Wann war es im Team oder zwischen den Personen noch gut genug.
- Wann kam es zur ersten kleinen Störung.
- Welche Ereignisse und Entscheidungen folgten darauf.
Im Hier und Jetzt ist die Emotion meist sehr hoch. Wenn man nur über aktuelle Vorfälle spricht, eskaliert das Gespräch schnell. Deshalb wird zunächst ein Zeitpunkt gesucht, an dem es noch gut war. Von dort aus wird die erste Verletzung Schritt für Schritt nachgezeichnet.
4. Weiteres Vorgehen klären
Auf Basis dieser Analyse wird entschieden, wie es weitergeht. Möglichkeiten sind zum Beispiel:
- zunächst nur mit betroffenen Personen arbeiten
- die zuständige Führungskraft einbeziehen
- Teamcoaching oder Teammediation anschließen
- Ihre Rolle als Unternehmer klären, wenn Entscheidungen oder Strukturen zum Problem beigetragen haben
Wichtig ist, dass auch unangenehme Themen angesprochen werden dürfen. Dinge, die sonst totgeschwiegen werden, bekommen Raum.
5. Konflikt im System auflösen
In einem weiteren Schritt werden, je nach Situation, alle relevanten Beteiligten einbezogen. Systemogramm und Zeit Ursachen Diagramm werden gemeinsam besprochen. Verletzungen werden ausgesprochen, Verantwortung anerkannt und die Verletzungen wechselseitig aufgelöst. Dazu wird der PowerCode genutzt.
Ihre Rolle als Unternehmer
Mobbing entsteht selten in Unternehmen mit klaren Strukturen, gelebter Anerkennung (Systemgesetze werden gelebt) und präsenter Führung. Häufig fehlt irgendwo Power, Klarheit oder Wissen über die Wirkung von Systemgesetzen und Entscheidungen.
Für Sie bedeutet das:
- Sie setzen den Rahmen, wie mit Mobbing umgegangen wird
- Ihre Haltung zu Respekt, Anerkennung und Gerechtigkeit prägt die Kultur
- Führungskräfte brauchen Unterstützung, um Mobbing erkennen und frühzeitig ansprechen zu können
Begleitung bei Mobbing im Unternehmen richtet sich daher nicht nur an Betroffene. Je nach Situation ist es sinnvoll, mit Ihnen, mit Führungskräften und mit Teams zu arbeiten, damit sich Haltung und Strukturen so verändern, dass Mobbing in Zukunft deutlich weniger Raum hat.
Nächster Schritt für Sie als Unternehmer
Wenn Sie den Eindruck haben, dass in Ihrem Unternehmen Mobbing im Spiel ist oder einzelne Personen sichtbar unter der Situation leiden, ist der erste Schritt ein vertrauliches Gespräch zur Klärung Ihrer Sicht und Ihrer Fragen.
Auf der Seite Mediation und Konfliktlösung im Unternehmen erfahren Sie, wie wir mit Ihnen als Unternehmer arbeiten, um Mobbing im Unternehmen systemisch zu verstehen und einen stimmigen Prozess zu gestalten, in dem je nach Bedarf Arbeit mit Betroffenen, Führungskräften und Teams kombiniert wird.
Einen thematischen Überblick über alle Schwerpunkte im Bereich Führung und Zusammenarbeit finden Sie auf der Seite Führungskräfte und Teams.
Weiterführend
FAQ zu Mobbing im Unternehmen für Unternehmer
Woran erkenne ich, dass es in meinem Unternehmen wirklich Mobbing ist und nicht nur ein Konflikt?
Einzelne Konflikte gehören zum Arbeitsalltag und lassen sich oft im Gespräch klären. Mobbing zeigt sich meist daran, dass eine Person über längere Zeit systematisch abgewertet, ausgegrenzt oder behindert wird. Wenn Beschwerden wiederholt auftreten, wenn Gerüchte und unterschwellige Vorwürfe im Umlauf sind oder wenn eine Person sich zurückzieht, krank wird und sich nicht mehr traut, offen zu sprechen, ist die Grenze zum Mobbing oft überschritten. Spätestens wenn sich trotz mehrerer interner Gespräche nichts grundlegend verändert, ist ein strukturiertes Vorgehen sinnvoll.
An wen richtet sich die Begleitung bei Mobbing im Unternehmen konkret?
Die Begleitung kann bei betroffenen Personen beginnen, sie ist aber nie nur für Betroffene gedacht. Mobbing ist ein Systemthema. Je nach Lage arbeiten wir mit Betroffenen, mit direkten Kollegen, mit Führungskräften und, wenn nötig, mit ganzen Teams. Für Sie als Unternehmer ist wichtig zu verstehen, welche Rahmenbedingungen und Strukturen zu der Situation beigetragen haben und welche Verantwortung Führung und Unternehmensleitung tragen. Ziel ist, das Gesamtsystem so zu stabilisieren, dass Mobbing keine Chance hat.
Muss ich als Unternehmer im Vorfeld schon klar festlegen, wer Täter und wer Opfer ist?
Nein. Im Gegenteil kann es den Prozess erschweren, wenn feste Täter Opfer Rollen vergeben werden. Im systemischen Vorgehen geht es darum, die Konfliktgeschichte zu verstehen und Systemgesetzverletzungen zu erkennen. Es kann sein, dass einzelne Handlungen klar bewertet und Konsequenzen gezogen werden müssen. Gleichzeitig ist oft hilfreich zu sehen, wie es überhaupt zu dieser Dynamik kommen konnte. So lassen sich Wiederholungen vermeiden und es entsteht mehr Klarheit für alle Beteiligten.
Wie stark bin ich als Unternehmer zeitlich eingebunden, wenn ich Mobbing im Unternehmen bearbeiten lassen möchte?
Sie müssen nicht bei jedem Schritt dabei sein, sind aber für die Gesamtverantwortung wichtig. In der Regel gibt es zunächst ein oder mehrere Gespräche mit Ihnen, um die Lage zu klären, Ziele zu formulieren und den Rahmen festzulegen. Danach können einzelne Schritte mit Betroffenen, Führungskräften oder Teams stattfinden, ohne dass Sie anwesend sind. Wichtig ist, dass Sie hinter dem Prozess stehen, Ergebnisse unterstützen und bereit sind, strukturelle Entscheidungen zu treffen, wenn diese für eine nachhaltige Lösung nötig sind.
Wie kann verhindert werden, dass nach einem gelösten Mobbingfall ähnliche Situationen wieder entstehen?
Dauerhafte Veränderung entsteht, wenn drei Ebenen berücksichtigt werden. Erstens müssen Systemgesetzverletzungen wirklich bearbeitet und nicht nur überdeckt werden. Zweitens braucht es klare Vereinbarungen zu Rollen, Zuständigkeiten, Informationswegen und Umgang mit Konflikten. Drittens braucht es eine klare Haltung von Ihnen und Ihren Führungskräften zu Respekt, Anerkennung und Gerechtigkeit. Nach der Klärung eines Mobbingfalls ist es daher sinnvoll, Führung und Teams weiter zu begleiten, zum Beispiel über Führungskräfte Coaching oder Teamcoaching, damit das Neue stabil im Alltag gelebt wird.